Klinik (Kachexie)
Die Mangelernährung/Kachexie wird als wesentliche Todesursache bei Krebspatienten festgestellt. Sie hat einen signifikanten Einfluss auf die Lebensqualität während und nach der Therapie. Je früher die Kachexie diagnostiziert wird, desto besser ist die Prognose.
Die Kachexie beruht auf komplexen ineinandergreifenden Stoffwechselprozessen. Bedingt durch Mediatoren der Tumorzelle wird eine Erhöhung des Energieverbrauchs hervorgerufen. In der Regel ist während des Prozesses die Energieaufnahme vermindert. Das führt zur Disbalance im Energiehaushalt und hat meist einen Verlust an Körpergewicht (Fettgewebe, Muskel- und Organmasse) zur Folge. Die Wechselwirkung von Tumor und Organismus verläuft zu Ungunsten des Organismus.
Die Therapieziele bei onkologischen Erkrankungen sind...
1. Verbesserung des Ernährungszustandes
2. Verbesserung der subjektiven Lebensqualität
3. Verbesserung des Therapieverlaufs mit Reduktion von Nebenwirkungen
4. Verbesserte Prognose (konnte durch Ernährung bislang nicht erreicht werden)
Die Ernährungstherapie sollte nach folgendem Stufenschema ablaufen:
1. Orale Ernährung (Ausgewogene Ernährung)
2. Orale Ernährung + Einsatz von Trinknahrung (perioperativ)
3. Enterale Ernährung
4. Parenterale Ernährung
Bei manifester Mangelernährung/Kachexie reicht eine bloße Steigerung der Nahrungszufuhr nicht aus. Spezielle Nährstoffe sind wichtig, um der Stoffwechsellage entgegenzuwirken. Der zeitlich begrenzte Einsatz von Trinknahrung stimuliert und unterstützt den Prozess, den Gewichtsverlust zu stoppen. Einige Produkte sind hier beispielhaft genannt: Resource Support ®, FortiCare ®, Impact ®
√ hoher Energie- und Proteinbedarf
√ hoher Bedarf an Omega-3-Fettsäuren 1-2 g/ Tag (Eicosapentaensäure, Dicosahexaensäure)
√ hoher Bedarf an Vitamin E, C und Carotinoiden u. Mineralstoffen, Selen, Kalzium
Die postulierte Wirkungsweise von EPA, ist die verminderte Synthese von entzündungsfördernden Zytokinen und damit die Eindämmung von Entzündungsreaktionen sowie das Hemmen des Muskelabbaus. Vitamine und Mineralstoffe dienen dem Zellaufbau und als Radikalfänger.

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