Gicht, Hyperurikämie


Einleitung

Gicht/ Hyperurikämie ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch eine Störung im Purin- oder Harnsäurestoffwechsel ausgelöst wird. Wenn die Harnsäureausscheidung gestört ist oder Harnsäure im Stoffwechsel vermehrt anfällt (z.B. bei Fehlernährung, totales Fasten) reichert es sich im Körper an.

Einen Blutharnsäurewert über der Norm bezeichnet der Arzt als Hyperurikämie. Oberhalb des kritischen Wertes kann Harnsäure auskristallisieren und sich ablagern, z.B. an Gelenken, Sehnenscheiden, an der Niere und am Bindegewebe.

In Wohlstandszeiten kommt die Diagnose häufiger vor als in Zeiten des Mangels. Neben den Umweltfaktoren sind Genetik, Alter, Geschlecht und die Ernährung die wichtigsten Einflussgrößen.

Zur Durchführung Ihres persönlichen Ernährungs-Check, hier lang.

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Klinik

Gicht beginnt mit schmerzhaften Anfällen, meistens im Großzeh- oder Daumengelenk. Zwischendurch kommen Phasen mit Schmerzfreiheit. Im chronischen Verlauf ergeben sich Gelenkschädigungen, die als Versteifung oder Gelenkdeformation ausgeprägt sind.

Indikator zur Diagnose ist die Größenordnung des Harnsäurewertes

Harnsäurewerte
Wert in mg/dl
Beschreibung

Normalbereich

2 – 6,4
 
Obere Normbereich
6,5 <
Bei 37 °C können Kristalle ausfallen
Gichtanfall möglich
Ernährungsprinzip einhalten
Obere Normgrenze

9,0 <

Arzt aufsuchen!!!
Medikamentöse Maßnahmen
Ernährungsprinzip einhalten

Die Erhöhung auf über 6,5 mg/dl Serumharnsäurespiegel kann eine Übersättigung darstellen und den Ausfall von Kristallen hervorrufen. Diese chemisch-physikalische Betrachtungsweise macht die Unterscheidung nach dem Geschlecht überflüssig.

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Ernährungsprinzip

> Bei leichter Hyperurikämie ist die Ernährungsmaßnahme sinnvoll und reicht in der Regel aus. Eine Diät kann die Gesamtsituation positiv beeinflussen und gegebenenfalls die Medikamentengabe vermindern.

> Bei stärkerer oder chronischer Gicht ist der medikamentösen Therapie des Hausarztes Folge zu leisten und macht somit eine purinfreie Ernährung nicht zwingend notwendig. Die Ernährung stellt hierbei die Basis der Therapie dar.

Es kommt darauf an, die Ernährungsfehler zu beheben und nicht nur die Harnsäurequote zu senken. Die Ernährung ist die Basis der Therapie.

1. Elimination der Ursachen einer sekundären Hyperurikämie, z.B. Medikamente überprüfen
2. Körpergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechsel normalisieren, Diabetes ‚einstellen’
3. Hohe Flüssigkeitszufuhr 2500ml und mehr (Krankheiten beachten)
4. Purinarme Ernährung (max. 500 mg Harnsäure Äquivalent/ Tag)
> 1mg Purin = 2,4 mg Harnsäure
5. Bevorzugen von Milch und Milchprodukten
6. Alkoholkonsum einschränken auf max. 1 Glas Wein oder Bier pro Tag Die Purinzufuhr darf in gewissen Grenzen schwanken, d.h. 1-2 Tage Purin einsparen und am 3 Tag großzügig purinreiche Lebensmittel verzehren. Kein Fasten. Die Energiebilanz ist straff einzuhalten: Protein 12 kcal%, Fett 30 kcal%, KH 58 kcal% pro Tag.

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Lebensmittel

Die tägliche Ernährung sollte auf den 10 Regeln der DGE basieren. Nachfolgend aufgeführte Lebensmittel sollten bevorzugt bzw. gemieden werden.

Geeignet
Wasser, Tee, Kaffee, fettreduzierte Milchprodukte, Joghurt, Margarine, Fleischzufuhr minimieren (2-3 x pro Woche), alle Getreideprodukte, alle Gemüse (außer unten genannte), alle Früchte, Nüsse in kleinen Mengen, Zucker in geringen Mengen, Würzen der Speisen mit Kräutern und Gewürzen, Salz sparsam verwenden

Zu meiden
Innereien, Fleischextrakt, Hering, Makrele, Pute, Huhn, Lamm-, Kalb-, Schweinefleisch, Erbsen, Bohnen, Linsen, Spinat, Soja, Brokkoli, Kakao- und Schokoladengetränke, Sonnenblumenkerne, Mohn, Hefe, Alkohol

– Auflistung ist unvollständig –


Bei der täglichen Lebensmittelauswahl kommt es auf Vielseitigkeit und die Verzehrsmenge an. Informationen über ein einfaches Ernährungsprinzip finden sie unter dem Link - Ausgewogene Ernährung.

Damit Sie den täglichen Eiweißbedarf erreichen, sollten Sie auf die biologische Wertigkeit achten.

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